„Sorry, aber das interessiert mich nicht mehr.
Zu große Differenzen.
Nicht mehr tragbar für mich.
Unterschiedliche Vorstellungen beider Seiten.
Frust macht krank.
Beendigung ist der richtige Weg, um den Kopf frei zu bekommen.
Es macht keinen Sinn mehr, etwas zu kitten.
Die Entscheidung zur Trennung ist endgültig.“
So in etwa lauteten die Sätze.
Sie klangen nüchtern.
Abschließend.
Scheinbar sachlich.
Sie entsprachen einer alten Prägung in mir:
„Wenn du dich in deiner Wahrheit und Größe zeigst,
wirst du verlassen.“
Eine frühe Bindungserfahrung.
Kein Gedanke.
Etwas, was sich ins Unbewusste eingeprägt hat.
Ich habe mein Leben lang versucht, das zu vermeiden.
Ich habe mir meine Existenz so aufgebaut,
dass ich nach außen groß, mächtig, frei und wahrhaftig wirkte –
und mich innerlich angepasst habe.
An Bedürfnisse.
An Erwartungen.
An Rollenbilder.
An Fantasien.
An Fetische.
An das, was Männer in mir sehen wollten.
Ich habe Führung verkörpert,
aber oft nicht mich.
Ich habe Räume gehalten,
in denen männliche innere Konflikte,
unerlöste Bindungsthemen
und Machtfantasien ausagiert werden konnten.
Und ich habe gelernt, darin zu funktionieren.
Auch finanziell.
Dieses Arrangement war mir vertraut.
Es war sicher.
Und es war nicht frei.
Jetzt ist etwas anders.
Ich bin diesmal nicht eingeknickt.
Ich habe nicht relativiert.
Ich habe nicht vermittelt.
Ich habe mich nicht kleiner gemacht,
um die Verbindung zu halten.
Ich bin bei mir geblieben.
In meiner Wahrheit.
In meiner Integrität.
In einer Führung, die nicht aus Reaktion entsteht,
sondern aus innerer Klarheit.
Und genau das hat die alte Ordnung gesprengt.
Ich sehe jetzt,
wie patriarchale Strukturen funktionieren –
nicht nur im Außen,
sondern in meinem Inneren.
Ich sehe,
dass sie wirkliche weibliche Führung nicht zulassen.
Nicht aushalten.
Nicht tragen können.
Weil sie nicht kontrollierbar ist.
Nicht käuflich.
Nicht funktional.
Diese Erkenntnis ist kein Triumph.
Sie berührt mich zutiefst.
Dort, wo ich „eigentlich“ nicht hinspüren wollte.
Und sie fordert etwas von mir,
das ich lange umgangen habe:
Mich nicht mehr zu verlassen,
auch wenn es existenziell wird.